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Gesundheits- und Krankenpflege

Häufige Fragen

1. Welche Voraussetzung brauche ich, um eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in zu beginnen?

Um eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in zu beginnen musst Du folgende Voraussetzungen mitbringen:
  • Du darfst keine gesundheitlichen Einschränkungen haben
  • Du musst mindestens einen Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige, abgeschlossene Schulbildung haben
  • Wenn Du einen Hauptschulabschluss hast, musst Du eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine mindestens einjährige Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe absolviert haben.
Tipp:
Ein Praktikum ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber es ist sinnvoll, wenn Du vor Beginn der Ausbildung ein paar Wochen in den Bereich „reinschnupperst“. Die Praktikumsbescheinigung kannst Du dann zu Deiner Bewerbung hinzufügen. Damit machst Du in jedem Fall einen guten Eindruck!

2. Bekomme ich während meiner Ausbildung ein Gehalt bezahlt?

Während der Ausbildung erhältst Du eine nach Ausbildungsjahr gestaffelte Ausbildungsvergütung.
Diese ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, zum Beispiel bei welchem Träger Du Deine Ausbildung machst und ob es einen Tarifvertrag gibt.
Nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) verdienen Schüler/innen in der Gesundheits- und Krankenpflege:

ab 1. Januar 2014

  • im ersten Ausbildungsjahr 930,70 Euro,
  • im zweiten Ausbildungsjahr 996,70 Euro,
  • im dritten Ausbildungsjahr 1.103,00 Euro.
Hinzu kommen Schichtzulagen und eventuell Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Die exakte Ausbildungsvergütung erfährst Du bei Deiner Schule.

Hinweis:

Einige Schulen erheben ein monatliches Schulgeld und/ oder Gebühren für Prüfungen und Sachbücher.

3. Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit höchstens fünf Jahre. Andere Ausbildungen können eventuell angerechnet werden, hierdurch verkürzt sich die Ausbildungsdauer.

4. Was erwartet mich in der Ausbildung?

Die Ausbildung gliedert sich in theoretische Anteile, die Du in der Krankenpflegeschule vermittelt bekommst, und praktische Anteile, die Du bei Deinem Arbeitgeber oder anderen Kooperationspartnern absolvierst. Der Theorie setzt sich aus unterschiedlichen Themengebiete zusammen und beläuft sich auf 2.100 Stunden. Hierbei lernst Du u. a. Pflegetechniken, unterschiedliche Krankheitsbilder, den Aufbau und die Funktionen des menschlichen Körpers und rechtliche Grundlagen kennen.

Während der praktischen Ausbildung absolvierst Du Einsätze mit insgesamt 2.500 Stunden in verschiedenen Fachbereichen. Z.B. in der Chirurgie, Gynäkologie, Psychiatrie oder Neurologie aber auch in der ambulanten Pflege.

Die genauen Inhalte der Ausbildung findet Du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe der Krankenpflege.

5. Wie viel verdiene ich als Gesundheits- und Krankenpfleger/in?

Als Berufseinsteiger direkt nach der Ausbildung kannst Du, je nach gewählten Arbeitsbereich und Region, mit einem Einstiegsgehalt von ca. 1850€ - 2000 € bei einer Vollzeitstelle rechnen.

Zusätzlich dazu kann es Schichtzulagen und Urlaubs- und Weihnachtsgeld geben.

Die Verdienstmöglichkeiten in der Gesundheits-und Krankenpflege sind abhängig von Deiner Berufserfahrung und Deinen Weiterbildungen. Am besten verdienen zurzeit Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, die eine Weiterbildung als Operations- oder Anästhesiefachkraft gemacht haben oder in Leitungsfunktionen arbeiten.

Fort- und Weiterbildungen für Pflegefachpersonen werden auch vom DBfK angeboten.
Beispiele findest Du in unserem vielfältigen DBfK-Bildungsangebot.

6. In welchen Bereichen kann ich nach meiner Ausbildung arbeiten?

Als Gesundheits- und Krankenpfleger/in kannst Du zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen wählen. Durch die unterschiedlichen Einsätze während der Ausbildung, lernst Du schnell Deine Vorlieben für gewisse Fachbereiche kennen oder wirst vielleicht merken, dass Dir andere Fachbereiche nicht so liegen. Einen möglichen Arbeitsplatz nach Deiner Ausbildung findest Du z.B.
  • in Allgemein- und Fachkrankenhäusern
  • in Rehabilitationseinrichtungen in Gesundheitszentren
  • in Pflegeeinrichtungen, Wohnheimen, Hospize,
  • in Einrichtungen der Kurzzeitpflege,
  • Tagespflege in der häuslichen Pflege (ambulante Pflegedienste)
  • im betreuten Wohnen (Wohngemeinschaften)
  • als selbständiger Pflegeberater in Beratungsstellen,
  • Gesundheitsämtern bei Kranken- und Pflegekassen
  • im Sanitätsdienst der Bundeswehr
  • in Krankenstationen von Justizvollzugsanstalten
  • in Dialysezentren

7. Welche Aufgaben erwarten mich als Gesundheits- und Krankenpfleger/in?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt stark von dem Bereich ab, in dem Du Dich entscheidest zu arbeiten.
Zu Deinen Aufgaben können zählen:
  • den Pflegebedarf des zu pflegenden Menschen feststellen und darauf aufbauend die Pflege planen und organisieren
  • Pflegebedürftige und ihre Angehörigen beraten und anleiten (z.B. Insulin zu spritzen)
  • medizinische Behandlungen durchführen (z.B. Verbände wechseln)
  • bei der Nahrungsaufnahme und Körperpflege helfen
  • Sterbende begleiten
  • Koordination mit anderen Berufsgruppen, wie z.B. Ärzte und Therapeuten

Dennis berichtet aus der Praxis

Dennis, 22 Jahre, 1. Lehrjahr Gesundheits-und Krankenpflege

Es ist sechs Uhr morgens, eine Zeit, zu der sich die meisten von Euch wahrscheinlich nochmal genüsslich im Bett umdrehen. Nicht so Dennis. Dennis ist im ersten Ausbildungsjahr zum Gesundheits- und Krankenpfleger und sein Frühdienst beginnt jetzt.

Zunächst erfährt er in der sogenannten Übergabe, welche Ereignisse es im Nachtdienst und Spätdienst zuvor gegeben hat und welche Aufgaben für den heutigen Frühdienst anstehen. Dennis erklärt, was als nächstes passiert: „Nun beginnt der erste Rundgang. Die Patienten werden begrüßt und versorgt, gewaschen, umgezogen, ihre Vitalzeichen gemessen, Anordnungen überprüft, Infusionen verabreicht usw. In der weiteren Arbeitszeit fallen sehr viele verschiedene Aufgaben an, während natürlich auch regelmäßig die Patienten klingeln und versorgt werden möchten. Die Patientenakten müssen ausgefüllt, die Informationssysteme aktualisiert, Verordnungen und Therapiepläne mit Ärzten durchgesprochen, das Essen verteilt werden.“ Klingt nach einem anstrengenden Arbeitstag? Ist es auch! Aber Dennis ist sich ganz sicher, dass er die richtige Berufswahl getroffen hat.

„All die Erlebnisse - schöne, traurige, schmerzhafte, emotionale oder atemraubende - vermischten sich in meinem Kopf und in meinem Herzen zu einem Gefühl, das mir sagte: Hier bist du Zuhause und hier gehörst du hin. Und das Interessante an diesem Gefühl: Der Tag an dem ich es in mir entdeckte, war mein bisher bester in der Pflege, denn ich wusste jetzt, das ich mich richtig entschieden hatte.“

Dennis Leidenschaft für den Pflegeberuf zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Seine Mutter, die auch in der Pflege arbeitet, war für ihn immer ein großes Vorbild. Dann folgten Schulpraktika und Zivildienst: für ihn stand schon früh fest, dass er ein Ausbildung in der Pflege machen möchte.

„Das Gefühl, Menschlichkeit zu zeigen, einem Menschen in einer schlimmen Zeit eine Stütze auf seinem Weg zu sein, ihm eventuell Lebensfreude zu vermitteln, dieses Gefühl ist eines der schönsten die ich bisher in meinem Leben erleben durfte und noch so oft wie möglich erleben möchte.“ Jugendliche, die vor der Wahl stehen, eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in zu machen, rät er, sich vorab so ausführlich wie nur möglich über den Beruf zu informieren und Vorerfahrungen zu sammeln. Das allein ist aber nicht alles: „Am wichtigsten ist es jedoch, trotz aller noch so guten Vorbereitungen, dass man motiviert und mit einem offenen Ohr und Herzen an die Pflege herangeht, auch wenn es dann während der Ausbildung oder dem Studium mal nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen“, stellt er klar.

Seine Ausbildung empfindet Dennis durch die Kombination von mehrwöchigen Theorie- und Praxis-Blöcken als sehr abwechslungsreich. In der Schule lernt er zum Beispiel wichtige Grundlagen der Anatomie oder die praktische Umsetzung von Prophylaxen . Zu jedem praktischen Einsatz erhält er eine schriftliche Praktikumsaufgabe. Die praktischen Einsätze finden immer in verschiedenen Fachabteilungen statt. Dennis findet das toll, denn die Einsatzorte „lassen keine Wünsche offen und sind so vielfältig, das man bald für sich selbst herausgefunden hat, welche Bereiche einem eher zusagen und welche eher nicht.“

Dennis juckt es regelrecht in den Fingern, wenn er darüber nachdenkt, wo und wie er gerne nach seiner Ausbildung arbeiten möchte. Die Möglichkeiten an Fort- und Weiterbildungen sind enorm groß und ein paar Jahre Berufserfahrung im Ausland zu sammeln, reizen ihn auch sehr. Aber er bleibt zunächst bescheiden: „Es ist mir wichtig, erst einmal der Pflege erhalten zu bleiben, und nicht sofort wieder abzuspringen. Im Moment konzentriere ich mich erst einmal auf die Ausbildung. Denn das Niveau ist hoch und die Ausbildung anspruchsvoll.“

Dennis hat gut zu tun, der Frühdienst vergeht wie im Flug. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend. Er merkt, dass er im Laufe seiner Ausbildung lernt, besser mit dieser körperlichen und seelischen Belastung umzugehen, „aber schwierig ist es immer, und man darf es nicht unterschätzen, egal wie oft man es schon erlebt hat“, gibt er zu.